Hier dreht sich alles um Bücher,die ich als lesenswert erachte,und die ich euch nun vorstellen möchte,auf dass ihr sie dann vielleicht auch einmal lest! ;-)

"Die Tränen des Teufels" von Jeffery Deaver

Heute möchte ich denjenigen ein ganz tolles Buch vorstellen, die vielleicht noch nach einer guten Urlaubslektüre suchen, aber nichts allzu schwer Konsumierbares lesen und sich auch nicht langweilen wollen: "Die Tränen des Teufels" von Jeffery Deaver, aus dessen Feder auch "Der Knochenjäger" stammt, dessen Verfilmung mit Denzel Washington bestimmt einige von euch auch bereits gesehen haben.

***Die Geschichte***
Ein verrückter Serienkiller, der nur als "der Digger" bezeichnet wird, hält Washington,D.C. in Atem:der Einzige, dessen Wort für ihn zählt und der ihn stoppen könnte, ist sein Auftraggeber.
Dieser verlangt 20 Millionen Dollar oder er veranlasst, dass der Digger nach einem ersten warnenden Blutbad am Silvestermorgen noch bis Mitternacht alle vier Stunden ein weiteres Massaker anrichtet.
Der Auftraggeber wird zwar schnell durch das FBI unter der Leitung von Margaret Lucas ermittelt, doch kurz vor seiner Verhaftung wird er bei einem Autounfall tödlich verletzt und als einzige Spur, die zum Digger führen kann, verbleibt der Erpresserbrief.
Parker Kincaid, Handschriftenexperte und ehemaliger Agent des FBI, wird hinzugezogen, um den Brief zu entschlüsseln.
Kincaid ist zwar zur Mithilfe bereit, doch nur unter der Bedingung, dass er anonym bleibt. Sein Name darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen, denn Kincaid steckt grade inmitten eines Sorgerechtstreits, warum er das FBI auch verlassen hat, da er in keinerlei Verbindung mit gemeingefährlichen Verbrechen gebracht werden darf, wenn er das Sorgerecht für seine Kinder erhalten will.
Doch natürlich geht alles schief: während Kincaid versucht, das Rätsel des Erpresserbriefs zu lösen, zieht sich die Schlinge um seinen Hals stets weiter zu.
Aber: Alles wird gut! ;-)
Der Roman findet ein überraschendes Ende: es stellt sich heraus, dass der vermeintliche Auftraggeber gar nicht der Auftraggeber war, der Autounfall war Mord, ein raffiniertes Täuschungsmanöver des wirklichen Erpressers und der ist ganz in der Nähe.
Das FBI ist die ganze Zeit von falschen Voraussetzungen ausgegangen.
Doch wer meint, mit der Verhaftung des echten Drahtziehers sei die Geschichte beendet, der wird noch eines Besseren belehrt, denn auch wenn die letztendlich stattfindende spektakuläre Verfolgungsjagd schon wie ein final countdown wirkt; zum richtigen final countdown kommt es erst, als Kincaid daheim Besuch erhält: der Digger ist da..
Na, aber wie gesagt: alles wird gut und mehr sag ich dazu nicht. :-)

***Bewertung***
Bei diesem Roman handelt es sich um eine äußerst gelungene Mischung aus Krimi und Psychothriller.
Der Anfang mag sich zuerst zwar ein bisschen zäh hinziehen, aber das ändert sich schnell und man will diesen Roman schon bald gar nicht mehr aus den Händen legen, ehe man ihn nicht bis zum bitteren Ende durchgelesen hat.
Manchen könnte der Roman mit seinen 444 Seiten (ich vermute Schriftgröße 10) zwar etwas lang erscheinen, aber ich habe das Buch von meinem Freund empfohlen bekommen, der es "total klasse" findet und dabei eigentlich doch ein ziemlicher Lesemuffel ist.
Er ist schon stolz, wenn er an einem Abend auch nur vier Seiten gelesen hat und mir ist es ein Rätsel, wie er diesen Roman durchgekriegt hat. :-) [Er meint, es habe es im Urlaub in einer Woche durchgelesen]
Aber Fazit: dieses Buch schafft es, auch Lesemuffel zu überzeugen.
Kleiner Tipp: Man sollte dieses Buch aus zweierlei Gründen nicht spätabends lesen, denn
1. besteht dringende Gefahr, dass man sich sonst die Nacht um die Ohren schlägt, da man einfach nicht mit dem Lesen aufhören kann und
2. könnte die Story einem den Schlaf rauben, da man ständig fürchtet, der Digger könne plötzlich vor einem stehen.
Endergebnis: ein sehr empfehlenswertes, spannendes, gut recherchiertes (besonders in Bezug auf die Handschriftanalyse) Buch eines außergewöhnlichen Autors, der es versteht, mit der Psyche des Menschen zu spielen und dessen Werke man kennen sollte und wer den Film zum "Knochenjäger" mochte, der wird diesen Roman erst recht lieben.

Jeffery Deaver, "Die Tränen des Teufels"
in Taschenbuchausgabe erschienen im Goldmann Verlag
ISBN 3-442-45036-5
Preis: 8,50 Euro

 

"Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind

Dieses Stück von Wedekind haben wir in der 8. oder 9.Klasse im Deutschunterricht besprochen und waren -zum Leidwesen unserer Lehrerin- nicht sonderlich erbaut davon.
Inzwischen ist es mein absolutes "Mutmachstück",wenn ich mich mal wieder in einer der winterüblichen Depriphasen befinde *lach*,auch wenn der Tod eigentlich das zentrale Thema ist,am Schluss steht aber das Leben. (Und ich bin wieder aufgemuntert.)
"Frühlings Erwachen",als "Kindertragödie" gekennzeichnet,könnte ebenso "Aufklärungsdrama" genannt werden,denn an sexueller Aufklärung hat es 1892;zu diesem Punkt spielt "Frühlings Erwachen"; gemangelt und diese mangelnde Aufklärung spiegelt sich auch in "Frühlings Erwachen" wieder.

***Inhalt***
Bei den Protagonisten handelt es sich um die Gymnasiasten Melchior Gabor und Moritz Stiefel nebst Wendla Bergmann und ihren Schulfreunden.
Die jungen Akteure sind allesamt um die 14 Jahre alt,wenig bis gar nicht aufgeklärt und stehen,dem Alter entsprechend,am Anfang der Pubertät und was das bedeutet,wissen wir ja alle,gell? ;-)
So schreibt Melchior einen Aufsatz an Moritz,in dem er,der diesbezüglich bereits ein etwas fundierteres Wissen besitzt,den ahnungslosen Mitschüler über die,nun ja,zwischengeschlechtlichen Beziehungen aufklärt,und seine Ausführungen zwecks des besseren Verstehens auch noch mit Randzeichnungen versieht.
Auch Wendla wird durch Melchior aufgeklärt,wenn auch eher auf praktische Weise.
Denn Wendla ist auch jetzt noch fest davon überzeugt,dass Babies vom Storch kommen und nur verheirateten Frauen gebracht werden,und so ist es für sie ein unerklärliches Phänomen,dass sie schwanger ist,nachdem es zwischen Melchior und ihr zum Sex gekommen ist.
Wendlas Mutter veranlasst eine Abtreibung und kurz darauf verstirbt Wendla an den ihr verabreichen Abortivmitteln.
Auch Moritz stirbt:er tötet sich selbst,da er den schulischen Anforderungen und dem damit verbundenen Druck seiner Eltern nicht standhalten konnte.
In seinem Zimmer wird Melchiors Aufsatz gefunden und nun wird dieasem die Schuld an Moritz` Suizid gegeben;seine "unflätigen" Worte,die ja eigentlich nichts anderes als die Wahrheit waren,hätten Moritz in den Tod getrieben.
Melchior wird daraufhin von seinen Eltern in eine Erziehungsanstalt gegeben,aus der er jedoch ausbricht.
Als er noch in der Nacht seines Ausbruchs Wendlas Grab besucht,begegnet er auf dem Friedhof dem toten Moritz,der ihn zu sich holen,der ihn also ebenfalls zum Selbstmord verführen möchte.
Jedoch kommt plötzlich ein unbekannter schwarzer Mann hinzu;das Leben,das Gegenstück zum Tod verkörpernden Moritz.
"Du lernst mich nicht kennen,ohne dich mir anzuvertrauen." (S.68,Z.11-12)
Melchior entscheidet sich für ihn.Moritz bleibt alleine auf dem Friedhof zurück.

***Bewertung***
Das Stück zeigt,wie wichtig eine frühzeitige Aufklärung ist und gleichzeitig,wie abenteuerlich das Leben,dem wir vertrauen müssen,ohne jegliche Erfahrung mit ihm zu haben,aber Neugier liegt halt in der Natur des Menschen. :-)
Und mit jedem Male,das ich "Frühlings Erwachen" lese,vertraue ich dem Leben ein bisschen mehr.
Natürlich,dieses Stück spielt Ende des 19.Jh. und die Sprache klingt entsprechend altmodisch.
Viele der hier verwendeten Begriffe werden heute nicht mehr benutzt,aber im Anhang werden sie nach Seiten- und Zeilenzahl geordnet,erklärt.
Beim ersten Lesen muss man vielleicht ziemlich oft Wörter nachschlagen,aber das zwingt einen dann auch wiederum dazu,sich wirklich mit dem Inhalt zu beschäftigen,und den Text nicht nur zu überfliegen.
Mit 15 war es zwar -noch- nicht ganz so meine Literatur,dafür lese ich es heute immer mal wieder ganz gerne zwischendurch.

erschienen bei Reclam (70 Seiten + Anhang) für damals 4DM
ISBN 3-15-007951-9

 

Jeffery Deaver`s "Schule des Schweigens"

Nach den "Tränen des Teufels" möchte ich heute ein zweites Deaver-Buch vorstellen,und den dritten Roman aus der Feder Deavers,den ich bislang gelesen habe:"Schule des Schweigens".

***Inhalt***
Drei aus dem Gefängnis ausgebrochene Schwerverbrecher entführen in Kansas den Schulbus einer Gehörlosenschule,in dem sich zu diesem Zeitpunkt acht taube Schülerinnen nebst zwei Lehrerinnen,von denen eine ebenfalls taub ist,befinden,die eigentlich auf dem Weg zu einer Gedichte"lesung" (bzw. "Zeigung") ihrer behinderten Lehrerin Melanie sind.
Nun ja,aus diesem Auftritt wird nun nichts mehr.
Die Ausbrecher verschleppen ihre Geiseln in ein stillgelegtes,altes Schlachthaus am Arkansas River,und verschanzen sich dort.
Das FBI wird eingeschaltet,allen voran Agent Arthur Potter,der Topverhandler der Bundesbehörde,der bereits so einige Verbrecher zum Aufgeben bewegt hat.
In diesem Falle verlangen die Entführer die Erfüllung aller ihrer Bedingungen,sonst werden sie jede Stunde eine Geisel erschießen.
Nun kommt es zu einem Konflikt zwischen dem FBI und den Landesbehörden von Kansas,denn es sind nur noch 4 Monate bis zur Wahl und so kommt es zu einigen nicht angekündigten Eingriffen in das Vorgehen des FBI,diedie Situation nicht unbedingt entschärfen. :-/
Während der ganzen Bemühungen im Außenbereich des Schlachthauses,entwickelt in dessem Inneren Melanie ungeahnte Kräfte und mausert sich vom schüchternen Angsthasen zur mutigen Heldin,die es sogar schafft,einige der Mädchen aus dem Gebäude zu schleusen.
Aber hauptsächlich konzentriert der Roman sich auf die Unterhaltungen zwischen Arthur Potter und Lou Handy,dem Kopf der Verbrecherbande.

***Bewertung***
Dieser Roman hat mich sehr irritiert,da ich eben bereits die "Tränen des Teufels" und den "Letzten Tanz" von Deaver gelesen hatte.
Und es war bislang immer so,dass es um die Suche nach dem "großen Unbekannten" ging,und man nicht wusste,wer der Böse ist und erst so langsam in das Geschehen eingeführt wurde.
Hier weiß man nun sofort,wer gut und wer böse ist,aber beruhigend:wenn hier am Ende der eigentliche Hintergrund des Ausbruches der drei geklärt wird,dann gibt es doch noch den "großen Bösen im Hintergrund". ;-)
Dieser Roman war für mich sehr atypisch für Deaver,aber wieder einmal ein Meisterwerk!
Man erfährt viel über die taktische Vorgehensweise von Arthur Potter und ich habe vorher nicht gewusst,dass es so viele Splittungen innerhalb der Gehörlosenbewegung gibt,wie sie hier vorgestellt (und vor allem auch erklärt) wurden.
Vom Inhalt her atypisch für Deaver,aber typisch für Deaver:äußerst lesenswert! :-)

"Schule des Schweigens" von Jeffery Deaver (506 Seiten)

erschienen im Goldmann-Verlag für 8,00 Euro
ISBN 3-442-43458-0

 

 

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